Klimaschutz in der Rezession - jetzt nicht mehr oder jetzt erst Recht?

Klimaschutz in der Rezession - jetzt nicht mehr oder jetzt erst Recht?

24. März 2009

„Können wir uns den Klimaschutz angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise überhaupt noch leisten?“ So lautete eine der Schlüsselfragen einer Diskussionsveranstaltung, die die BDI-Initiative ‚Wirtschaft für Klimaschutz’ am 24. März in Berlin veranstaltete. Zwei Stunden diskutierten Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Siemens-Vorstandschef Peter Löscher und McKinsey-Deutschlandchef Frank Mattern mit ihren Gastgebern, BDI-Präsident Hans-Peter Keitel und BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf, vor über 300 geladenen Gästen über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftskrise und Klimakrise sowie Kosten und Potenzialen des Klimaschutzes.

Am Ende stand fest: Klimaschutz muss auch in Zeiten der Wirtschaftskrise weiter verfolgt werden, da jede Verzögerung die Begrenzung des Klimawandels nur noch schwieriger und vor allem teurer macht. Darüber hinaus könne Klimaschutz sogar einen Weg aus der Wirtschaftskrise weisen, da er gerade für die deutsche Industrie große Wachstumschancen auf den „grünen“ Weltmärkten biete und durch einen effizienteren Umgang mit Energie enorme Kosten eingespart werden könnten, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel in seiner Eröffnungsrede.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nannte den Klimaschutz sein persönliches „Herzensthema“ und beantwortete die Frage, ob auch in der Rezession Klimaschutz möglich sei, mit einem deutlichen „jetzt erst recht". Gerade in der Krise sollte man das Potenzial für Investitionen in den Klimaschutz nutzen, sagte zu Guttenberg.

Auch Peter Löscher, Vorsitzender der BDI-Initiative stellte klar: „Klimaschutz ist keine Schachtel Pralinen, auf die man in harten Zeiten verzichtet.“ Um den Klimawandel zu bremsen, seien vor allem Innovationen in der Klima- und Umwelttechnologie erforderlich. „Hier sollten wir also auf keinen Fall den Gürtel enger schnallen, sondern der deutschen Industrie die finanziellen Anreize und den unternehmerischen Spielraum geben, ihre Innovationskraft weiter auszubauen“, forderte Löscher. Ein wichtiger staatlicher Impuls könne hier die steuerliche Förderung von Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen sein.

Dass wir bereits heute über die notwendigen Technologien zur Einsparung von Treibhausgasemissionen verfügen, bestätigt die aktualisierte BDI-Klimastudie. Diese kommt zu dem Ergebnis: Eine Reduzierung von Treibhausgasen um 30 Prozent ist in Deutschland selbst bei extremen Energiepreisschwankungen machbar. „Es gibt ein enormes Potenzial für die Vermeidung von Treibhausgasen, das sich für die Unternehmen zu heben lohnt und zwar unabhängig von der Höhe des Ölpreises“, fasste BDI-Präsident Hans-Peter Keitel zusammen. Allerdings müsse die Politik gewährleisten, dass die deutsche Industrie ihre Innovationskraft im Bereich Klimaschutz auch entfalten könne, hierfür die nötige Finanzierung zur Verfügung steht und speziell energieintensive Unternehmen nicht durch zusätzliche Auflagen und Kosten zur Abwanderung ins außereuropäische Ausland gezwungen werden.

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